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Stuttgart – Deutschlands größte Kleinstadt

Stuttgart ist die sechstgrößte Stadt Deutschlands. Man sagt, dass diese Stadt „Deutschlands größte Kleinstadt“ ist. Stuttgart ist für ideale Sauberkeit, zahlreiche Weinberge innerhalb der Stadt und  für den größten Weihnachtsmarkt in Europa bekannt. Besonders erwähnenswert ist das Mercedes-Benz Museum, das einem dreiblättrigen Kleeblatt ähnelt. Unter den Exponaten sind das berühmte Papamobil und der Wagen von Lady Diana. Auf den Straßen ziehen die Bierfahrräder den Blick auf sich. Auf solchen Bierrädern können Gruppen durch die Stadt radeln und Getränke wie Bier zu sich nehmen.

Die Geschichte von Stuttgart beginnt im Jahre 950 und die Gründung wird Herzog Liudolf, dem Sohn des  römisch-deutschen Kaisers Otto I. des Großen, zugeschrieben. Er soll einer Überlieferung zufolge ein Gestüt  für weibliche Pferde – also für Stuten -  angelegt haben - „Stutgarten“. Der Standort war für die Pferdezucht ideal. Deshalb erinnert uns das Pferd im Wappen und der Name selbst daran, womit alles begonnen hat. Aus dem einfachen Gestüt entwickelte sich Stuttgart im 12. Jahrhundert zum Handelszentrum. 100 Jahre später wurde der Ort zur Stadt ernannt und Anfang des 14. Jahrhunderts zum Herzogtum erhoben. Seit 1952 ist Stuttgart die Hauptstadt des Bundeslandes Baden-Württemberg.

Stuttgart ist eine Stadt der alten Weintradition. Schon in der Antike züchtete man in der Region  Weintrauben. Bereits im Jahre 1108 wurde der Weinbau urkundlich erwähnt. Die Legende erzählt (ob man der Legende Glauben schenkt oder nicht), dass die mittelalterliche Stadt so viel Wein hatte, dass man Wein für die Lösung im Hausbau benutzte. Und während der Hochzeit hat der Herzog Ulrich V. im 14. Jahrhundert einen Brunnen vor dem Schloss mit Wein gefüllt. Stuttgart ist die einzige Stadt, wo Weinberge 17,5 Hektar der Stadtfläche umfassen. Man züchtet Weintrauben auch in der Mitte der Stadt. Deshalb sind Weinwanderungen durch die Weinberge von Stuttgart unter den Touristen sehr populär. Das Stuttgarter Weindorf ist das bekannteste Weinfest, das Ende August bis Anfang September stattfindet. Rund um das Alte Schloss baut man mehr als 100 Weinlauben, in denen man 500 Weine ausschenkt.

Zu Wein werden typisch schwäbische Gerichte angeboten. Sie sind einfach aber schmackhaft und satt. Das meist verbreitete Gericht sind Spätzle und ihre Variation – Käsespätzle. Beliebt sind hier auch Schupfnudeln – dicke Kartoffelnudeln. Fast auf jeder schwäbischen Speisekarte kann man Linsengerichte finden. Gewöhnlich werden sie mit ein paar Seidewürschtle angeboten. Populär sind auch Maultaschen – Teigwarengericht mit verschiedenen Füllungen wie Ravioli und Wareniki. Maultaschen wurden von Mönchen aus Maulbronn erfunden – so sagt es die Legende – um das Fleischverbot in der Fastenzeit zu umgehen. Man hackte Fleisch klein und vermischte es mit Kartoffeln, Spinat und Eiern, damit es auf den ersten Blick nicht mehr als Fleisch zu erkennen war. Dann steckte man das Ganze in eine Teigtasche, als ob das eine Fastenspeise gewesen wäre. Daraus kommt die schwäbische Variante - „Herrgottsbescheißerle“ und das heißt in einer ungefähren Übersetzung „ Betrüge den Gott“. Die sparsamen Schwaben mögen die Maultaschen auch dafür, dass man die übrigen am zweiten Tag aufwärmen und am dritten Tag geschnittene Maultaschen mit Eiern braten kann. Diese praktische Sparsamkeit betrifft auch andere schwäbische Spezialitäten, z. B. - Apfel Pudding Ofenschlupfe. Original bereitet man Ofenschlupfe aus altbackenem Brot zu.

Wenn man Zeit in Stuttgart verbringen will, kann man schwäbische Traditionen kennen lernen. Eine der Traditionen, die Touristen immer  bewundern, ist mit der Sauberkeit der Stadt verbunden. Begonnen hat alles im Jahr 1492 als Graf Eberhard im Bart in der Stadtordnung die Anfänge der Kehrwoche befiehlt. Gewöhnlich wird noch heute im Mietvertrag geregelt, wer und wann zu fegen und zu putzen hat. Die Gäste der Stadt lädt man ein, an der Kehrwoche teilzunehmen. Den Touristen gibt man eine Karte und die Adresse, wo man arbeiten muss. Sehr freundliche Wirte zeigen den Gästen, was gemacht werden muss und geben Besen und Schaufel. Nach der Arbeit laden sie den Touristen zu einer Tasse Tee mit Kuchen ein. Die Autoren dieser Idee meinen, dass die Teilnahme an der Kehrwoche den Touristen hilft, die Stadt näher als gewöhnliche Touren kennen zu lernen.  

Man braucht nur 3 Stunden, um die Innenstadt umzugehen. Die Besichtigung muss man mit dem Schlossplatz beginnen. Das ist eine große Gartenanlage und beliebte Liegewiese der Einheimischen und Gäste der Stadt. Im Zentrum befindet sich eine hohe Säule, die 1841 zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von König Wilhelm I. errichtet wurde. Um sie platzieren sich 2 Zwillingsbrunnen mit den Statuen, die 8 Flüsse Baden-Württembergs symbolisieren. Der Königsbau am Schlossplatz ist das älteste Einkaufszentrum Stuttgarts. Das legendäre Mercedes-Benz Museum macht Eindruck vom Inneren und Äußeren. Das prachtvolle Gebäude, die wertvollste Sammlung vom ersten Automobil mit Verbrennungsmotor bis Rennwagen beeindrucken die Besucher.

In Stuttgart gibt es zahlreiche  historische und neue Feiertage. Noch 1818 stiftete der König Wilhelm I. ein jährliches Volksfest „Cannstatter Volksfest“. Nach einigen Jahren des Hungers feierten die Menschen die erste Ernte. Heute wird das Fest von Ende September bis Anfang Oktober veranstaltet und es dauert etwa 3 Wochen. Populärer ist nur das Oktoberfest in München. Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt gehört zu den größten in Europa. Er beginnt am letzten Donnerstag im November und dauert bis zum 23. Dezember. Das ist auch ein alter Brauch. 1692 wurde der Stuttgarter Weihnachtsmarkt erstmals urkundlich erwähnt. Er lockt jedes Jahr etwa 3 Millionen Besucher!

Wenn Sie eine Reise nach Stuttgart planen, müssen Sie sich mit Zeitmanagement befassen. Sonst ist es möglich im Mercedes-Benz Museum zu verschwinden und die Zeit während der langen Wanderungen durch Weinberge zu vergessen. Stellen Sie den Reiseplan für alle Tage zusammen und dann können Sie den größten Magnolienhain Europas im Park Wilhelma  besuchen, den saubersten Schweinestall im 

Schweine-Museum besichtigen. Und wenn Sie Glück haben, können Sie sehen, wie man  mit Folie eingewickelte  Autos unter der Bedingungen der Stadt testet.

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