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Bamberg: "Rauchbier" in der Stadt auf sieben Hügeln

Die Stadt Bamberg ist – wie Rom – auf sieben Hügeln erbaut und wird deutsches Rom genannt. Im 13. Jahrhundert war es eines der Zentren der europäischen Aufklärung. In der Stadt wurde der Häuser- und Straßenverlauf des frühen Mittelalters bewahrt und somit wurde er im Jahre 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die Einwohner haben noch einen weiteren Grund stolz zu sein - das berühmte "Rauchbier". Es wird in Zwei von 9 lokalen Brauereien gebraut.

Bamberg hat sich ab dem 10. Jahrhundert um die Festung Babenberg (Castrum Babenberch) herum gebildet. Die Blütezeit der Stadt erfolgte im 11. Jahrhundert, als der Heilige römische Kaiser Heinrich II es zu seiner Residenz machte. Er wollte sie so mächtig wie Rom machen. An der Stelle der Festung wurde eine Kathedrale errichtet (Bamberger Dom), mit vier Türmen und 81 m hoch. Nur die dritte Version der Kathedrale mit spätromanischen und frühgotischen Elementen hat überlebt. Die ersten zwei wurden durch Brände zerstört. Im Inneren des Doms sind der heilige Kaiser Heinrich II und seine Frau Kunigunde, die als die Schutzpatronin der Stadt betrachtet wird, begraben. Hier befindet sich das Grab von Clemens II - dem einzigen Papst, der in Deutschland begraben wurde.

Das historische Zentrum von Bamberg ist in drei Teile aufgeteilt. Einer von ihnen – Bergstadt- gehörte der katholischen Kirche. Genau hier befindet sich der Bamberger Dom, die alte und die neue Residenz der Bischöfe. Die alte Residenz wurde 1576 auf dem Gelände des Palastes von Kaiser Heinrich II gebaut. Die Neue wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet. Heute ist es möglich ihre vierzig Zimmer mit originalen Stuckdecken, Möbeln und Teppichen des 17. Und 18. Jahrhunderts zu besichtigen. Man sollte auf jeden Fall auch den Garten der neuen Residenz sehen: er ist mit Skulpturen aus dem 18. Jahrhundert und fast fünftausend Rosen geschmückt. Der Garten bietet einen schönen Blick auf die Stadt. Eine andere beliebte Aussichtsplattform ist das Schloss Altenburg, das auf dem höchsten Hügel Bambergs zu Beginn des 12. Jahrhunderts gebaut wurde. Heute sind von der Burg Festungsmauern und der 33 Meter hohe Turm erhalten geblieben. Am Turm hängt auch heute ein Stahlkorb, wo das Signalfeuer angezündet wurde, um das Nachbarschloss Giechburg vor den Gefahren zu warnen.

Ein weiterer Teil der Altstadt - die Insel Stadt – wird wegen der rechts am Fluss stehenden Fachwerkhäuser "Klein-Venedig" genannt. Seit Jahrhunderten war es ein Fischfanggebiet, das später von den Studenten einer der ältesten Universitäten Deutschlands (1647 gegründet) übernommen wurde. Wenn man in der Inselstadt auf der oberen Brücke geht, kann man am Regnitzufer das Alte Rathaus sehen. Die Legende besagt, dass sich der Bischof weigerte das Grundstück für den Bau des Rathauses den Einwohnern zuzuweisen. Dann haben die Bewohner der Stadt eine künstliche Insel angelegt und darauf ein Gebäude errichtet. Jetzt stellt das Rathaus eine der bedeutendsten Sammlungen von Porzellan und Steingut Europas aus.

Der Name des dritten Teils von Bamberg - Gartenstadt - entstand dank Bamberger Bauern. Sie brachten einige neue Zwiebel-, Kartoffel-, Süßholz-, Radieschen-, Spargel- und Wirsingkohlsorten. Ihre Lebensweise kann man im Gärtner- und Häckermuseum kennenlernen. Der Bezirk der Gartenstadt behielt seine Struktur für eine lange Zeit. Über der Stadt ist ein besonderer Wanderweg, der zur Aussichtsplattform führt, mit ihrer atemberaubenden Aussicht auf die lokalen Kleingärten.

In der Stadt sollte man unbedingt die sogenannten "Bamberger Hörnla" probieren. Sie sind dünner als die französischen Croissants und haben einen ausgeprägten cremigen Geschmack. Sie werden in Bamberg seit dem 14. Jahrhundert gebacken und jeden Tag gegessen. Die Stadtbewohner haben sogar ein Sprichwort: “A Kaffee ohne Hörnla schmeckt wie a Kuss ohne Schnörrnla” (dt. Kaffee ohne Hörnla schmeckt wie ein Kuss ohne Schnurrbart). Zum Mittagessen ist am besten, das Hauptgericht Bambergs zu bestellen - mit Fleisch gefüllte Zwiebeln (Bamberger Zwiebel). Die goldenen, süßen und birnenförmigen Zwiebeln wurden ausschließlich in Bamberg gezüchtet und geerntet. Sie sind besonders saftig.                            Dieses Gericht wird mit Kartoffelpüree, Sauerkraut und Soße auf Basis des bekannten "Rauchbieres" serviert. Der Legende nach, ist es durch Zufall entstanden. Bei einem Brand in der Brauerei wurden Malz-Lagerbestände  mit Rauch getränkt, aber der Brauer beschloss sie nicht wegzuwerfen. Obwohl das Bier einen spezifischen Geschmack hatte, waren die Einheimischen sehr zufrieden. Seitdem begann man Malz auf Eichenstämmen zu räuchern. Und das "Rauchbier" wurde weit über die Grenzen Bayerns hinweg berühmt. Rauchbier kann am Tag des Bieres am 23. April verkostet werden. Während diesem Fest sind alle lokalen Biersorten vorhanden und es gibt mehr als fünfzig in Bamberg! Im August wird in der Stadt das Straßenfest "Sandkerwa" veranstaltet. Es dauert fünf Tage und gilt als das größte und meistbesuchte Fest in ganz Oberfranken.

Wenn Sie Bier gernhaben oder sich mehr für Geschichte und Architektur interessieren, so warten in Bamberg immer viele Entdeckungen auf Sie. Darüber hinaus ist es eine sehr malerische Stadt mit Obstgärten und Terrassen, entlang des Flusses. So kann man den Spaziergang durch die Stadt genießen!

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