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Donauwörth: eine bayerische Idylle und der Schwäbische Dätscher

Donauwörth ist eine winzige Stadt in Schwaben, die vor sehr langer Zeit von Fischern gegründet wurde und als altrömische Siedlung galt. Um die Stadt mit seiner zentralen Reichsstraße und Nebenstraßen zu erkunden, sollen wohl zwei Stunden ausreichen. Genau in solchen kleinen Städten ist die echte bayerische Idylle und die urwüchsige alte Geschichte am besten zu spüren. Im Archäologischen Museum und im Heimatmuseum bzw. im ehemaligen Fischerhaus können Touristen die Geschichte der Stadt weiter kennenlernen. Die lokalen Spezialitäten wie der Schwäbische Bätscher mit saurer Sahne, Schnittlauch und Schinkenstückchen und der Kirschenmichel, ein Brotauflauf mit Kirschen, runden das Bild der idyllischen bayerischen Stadt ab.

Laut einer Sage wurde Donauwörth von zwei Fischern gegründet. Die Stadt liegt an dem malerischen Ort, wo der Fluss Wörnitz in die Donau einmündet. Dieser Ort ist der Mittelpunkt der Romantischen Straße Deutschlands bzw. der thematischen Reisetour, welche ihren Anfang in Würzburg nimmt und in Füssen beendet wird. Donauwörth und ihre Umgebung beeindrucken mit schönen Landschaften und bleiben einfach nicht unbemerkt. Nördlich der Stadt befindet sich das Nördlinger Ries, in dem vor ca. 15 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug und einen großen Krater hinterließ. Die Stadt liegt auch zwischen den zwei herrlichen Gebirgen der Fränkischen Alb im Nordosten und der Schwäbischen Alb im Nordwesten.

Im Jahre 1606 geschah in Donauwörth ein bedeutendes historisches Ereignis, welches als Katalysator bzw. Auslöser des dreißigjährigen Krieges diente. Die protestantische Mehrheit der Stadt hatte nämlich den Katholiken verboten, den Umzug zu Ehren des Sankt Markus zu veranstalten. Der Dreißigjährige Krieg gilt immer noch als einer der blutigsten Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten in Europa. 

Donauwörth liegt in Nordschwaben, wo man gerne und auch reichlich isst. In Restaurants werden auf jeden Fall ordentliche Portionen an Suppen und Kartoffelsalaten angeboten. Wert zu probieren sind die schwäbischen Maultaschen, welche aus zwei unterschiedlichen Fleischsorten, Spinat und diversen Gewürzen zubereitet werden. Salzige Backwaren sind dort besonders gut.  Sollte man mal den leckeren Bätscher, einen offenen Kuchen aus saurer Sahne, Zwiebeln und Schinken probieren, wird man höchstwahrscheinlich für einen halben Tag lang satt sein. Der andere offene Kuchen bzw. der Zwiebelkuchen ist es auch wert probiert zu werden. Als süße Spezialität werden in den lokalen Restaurants der Kirschenmichel oder der Träubleskuchen angerichtet. Der Kirschenmichel ist eine Art Brotauflauf mit Kirschen und der Träubleskuchen ist ein Kuchen bestehend aus Mürbeteig, roten Johannisbeeren und Eiweißcreme.

Als der älteste Teil der Stadt gilt die Altstadtinsel Ried, die sich vom Fluss Wörnitz umgeben ist. In der Antike war die Insel als Wörth bekannt, aus dem sich dann der Name «Donauwörth» entwickelte. Auf der Insel Ried wurde das Denkmal zu Ehren der ersten Ansiedler und zwar zwei Fischer, die ein volles Netz mit  Fischen ziehen, errichtet. Außerdem befindet sich dort das ehemalige Fischerhaus namens «Hintermeierhaus», wo heute das Heimatmuseum geöffnet ist. Am Übergang von der Insel zur Reichsstraße steht sich das einzige erhaltene Stadttor namens Rieder Tor. Dort befindet sich das Haus der Stadtgeschichte. Neben der Stadtinsel befinden sich auch das schöne rote Gebäude der Stadtgalerie, welches damals als das Deutschordenshaus galt sowie das gelbe gotische Gebäude des Rathauses mit der Fassade im Renaissance-Stil. Die zentrale Reichsstraße diente zunächst für die Kaiser als Straße nach Augsburg und Nürnberg. Heute gilt sie als die schönste Straße Süddeutschlands. Auf der Reichsstraße steht das Tanzhaus, welche im 15. Jahrhundert als Festhaus errichtet wurde. Heute sind in dem Haus ein Theater und ein Museum geöffnet. Im Liebfrauenmünster sind die gut erhaltenen Glasmalereien aus dem 15. Jahrhundert zu besichtigen. Bei der Wörnitz befindet sich das große Kloster Heilig Kreuz mit den herrlichen Gärten herum. 

Um die Bedeutung der zerntralen Straße der Stadt hervorzuheben, wird im Juli das ihr gewidmete Stadtfest namens «Donauwörther Reichsstraßenfest» veranstaltet. Von früh bis spät wird es mit leckeren bayerischem Bier und lokalen Spezialitäten, die direkt auf der Straße verkauft werden, gefeiert. Am Tag finden auch Jazz-, Rock und Volksmusikkonzerte statt. Es gibt aber noch mehrere bemerkenswerte Feste in Donauwörth. Zum Beispiel die Donauwörther Kinder-Kulturtage, die den ganzen Frühling hindurch dauern, der Donauwörther KulturFrühling, der auch im Frühling stattfindet, sowie die Kulturtage im Oktober. In den Donauwörther Kinder-Kulturtagen werden unter anderem eine Puppenausstellung und diverse Straßenveranstaltungen organisiert. Der Donauwörther KulturFrühling ist ein Fest der klassischen Musik, bei dem in verschiedenen Konzertsälen der Stadt Klassikkonzerte stattfinden. Während der Kulturtage im Oktober werden auch Klassikkonzerte sowie Vorlesungen über die Musikgeschichte veranstaltet. Noch ein interessantes historisches Kinderfest ist der sogeannte Schwäbischwerder Kindertag. Das Fest oder eher der Karneval findet im Juli statt und feiert das Ende des Schuljahres. Man behauptet, dass es das erste Mal bereits im 17. Jahrhundert stattfand.

Außerhalb der Stadt verlaufen malerische Fahrradwege durch das Nördlinger Ries. Mit einem schönen Blick auf die Seen mit kristallklarem Wasser und den herrlichen Bergen mit seinen Wanderwegen beeindruckt die Stadt einfach jeden Besucher. Donauwörth mit seiner Umgebung ist ein perfektes Urlaubsziel für sowohl geistliche als auch physische Entspannung.

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