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München als das Herz Bayerns und „Isar-Athen“

München ist eine der populärsten Touristenstädte in Deutschland. Die Stadt wird als das Herz Bayerns und die IT-Hauptstadt Deutschlands bezeichnet. In München lassen sich die teuersten Immobilien kaufen. Darüber hinaus gehört das Münchener Fahrradwegenetz mit mehr als 1200 km an Radwegen zu den größten in Europa. Hier wird Bayerisch gesprochen und jährlich das Oktoberfest gefeiert, das unbestritten das größte Volksfest der Welt ist. Gutmütigkeit und Offenheit der Einheimischen drücken sich im einzigartigen Slogan der Landeshauptstadt aus: „München mag Dich!“. Touristen können das hautnah erleben …  

Die Geschichte der Landeshauptstadt ist über 800 Jahre alt. München wurde erstmals 1158 urkundlich erwähnt. Bereits etwa zwanzig Jahre später, im Jahr 1175, wurde ihm der Stadtstatus gewährt. Aber seinen Anfang findet München schon viel früher, im achten Jahrhundert, als Mönche des Klosters Schäftlarn am Fluss Isar eine Siedlung gründeten. Es wird behauptet, dass der Name der Stadt vom Wort „Monh“ („Mönch“) stammt. Nach einer anderen Version ist der Ortsname auf das althochdeutsche Wort „Munich“ zurückzuführen, das sich erst mit der neuhochdeutschen Sprache zum heutigen Wort „Mönch“ entwickelte. Im Laufe der Jahrhunderte befand sich hier der Hauptwohnsitz der Wittelsbacher Dynastie. Sie kam 1240 an die Macht und herrschte mehr als fünf Jahrhunderte, bis 1918. 

Als einer der bedeutendsten bayerischen Monarchen gilt Ludwig der Erste. Ausgerechnet unter Ludwig wurde München zu dem Ort, den alle hierherkommenden Gäste bewundern. Er versuchte München zu einem „Isar-Athen“ umzubauen. Der König selbst sagte dazu: „Ich will aus München eine Stadt machen, die Teutschland so zur Ehre gereichen soll, dass keiner Teutschland kennt, wenn er nicht München gesehen hat“. Der Monarch machte München zu einer Kunststadt. Nicht nur sammelte er Gemälde, sondern er zog auch die besten Künstler seiner Zeit in die Stadt an, damit sie neue Kunstwerke schaffen. Darüber hinaus förderte der König die Eröffnung neuer Museen und beauftragte Architekten mit dem Bau der Gebäude im griechischen und italienischen Stil. So wurden in der Stadt unter anderem das Siegestor und die Feldherrenhalle gebaut. Hier wurden die Alte und die Neue Pinakothek sowie die Glyptothek errichtet. Interessanterweise war München in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das zweite Kulturzentrum Europas nach Paris. Dazu trugen viele Faktoren bei. Unter anderem hielt sich in München der russische Zar Nikolaj I., der einen Mann für seine Tochter hier finden wollte. Das war die Idee des Königs, eine Sammlung der Porträts der schönsten Frauen Bayerns anzulegen, die sich heute jeder in Schloss Nymphenburg, der großen Sommerresidenz der Wittelsbacher Dynastie aus dem 17. Jahrhundert, ansehen kann. Sie ist bis heute unverändert geblieben.      

Ausgerechnet in München wurde die prunkvolle Asamkirche im Stil des Barock gestaltet. Errichtet wurde sie 1746 von den Brüdern Asam. Die schlanke und hohe Kirche erinnert uns an eine zauberhafte Schatulle. Heute bleibt den Besuchern nichts Anderes übrig, als sich darüber zu wundern, dass die Brüder so eine traumhaft schöne Kirche errichten konnten. Das Neue Rathaus am Marienplatz kann mit dem Hôtel de Ville in Paris konkurrieren. Der neogotische Prachtbau des Münchener Rathauses wurde von 1867 bis 1909 errichtet. Der 85 Meter hohe Turm des Neuen Rathauses, seine Aussichtsplattform und sein märchenhaftes Glockenspiel sind ein wahrer Touristenmagnet. Täglich um elf Uhr morgens stellen insgesamt 32 Figuren am Turm des Rathauses Szenen aus dem Mittelalter dar. Gleichzeitig erklingt die Glockenmusik. Mit einer der besten Aussichten der Stadt bildet die Frauenkirche einen anderen Anziehungspunkt für Touristen. Sie gilt als das höchste Gebäude in der Innenstadt von München. Bis heute dürfen keine Gebäude, die höher als die Frauenkirche sind, innerhalb der Altstadt gebaut werden. In der Raummitte der Vorhalle befindet sich der bekannte „Teufelstritt“ der Frauenkirche, den sich alle Besucher unbedingt anschauen.      Der Legende nach soll der wütende Teufel so fest auf den Boden gestampft haben, dass sich sein Fußabtritt für die Ewigkeit in den Steinboden der Kirche eingegraben hat.  

All diese kulturellen und historischen Details der Stadt ergänzen Münchener Schmankerl und Bier. 1857 wurde in München die erste Münchener Weißwurst zubereitet, die aus fein gekuttertem Kalbfleisch, Schweinerückenspeck und Petersille hergestellt wurde. Seitdem wird sie mit süßem Senf, Brezeln und Weißbier verzehrt. Eine andere bayerische Spezialität ist Schweinshaxe mit Sauerkraut. Generell essen die Bayern gern Fleischgerichte. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts merkte ein Reisender, dass so viel Kalbfleisch wie in Bayern nirgendwo sonst gegessen wird! Sulz und Leberkäse sind in München sehr beliebte kalte Vorspeisen. Leberkäse wird in Bayern seit gut 200 Jahren hergestellt. Zu verdanken haben die Bayern ihren Leberkäse dem Metzger, den Kurfürst Karl Theodor nach Bayern mitnahm. Er kredenzte eine Komposition aus fein gehacktem Schweine- und Rindfleisch, die zum ersten Mal in Brotformen gebacken wurde. Hier findet man den Schlüssel zum Namen des Gerichtes.   Deutschkenner mögen vermuten, dass sich im Leberkäse Leber befindet, aber das stimmt nicht. Die Bezeichnung stammt von den alten deutschen Wörtern „Lab“, das auf den Brot-Laib anspielt, und „Kasi“, das im Bayerischen eine kompakte essbare Masse bezeichnet. Zu den bayerischen beliebten Biergarten-Gerichten gehört Obatzter, der aus Weichkäse, Quark, Butter, Zwiebel, Kümmel und Paprika hergestellt wird. Was ungewöhnliche Suppensorten angeht, so hat Bayern eine Pfannkuchensuppe anzubieten, die aus Fleischbrühe mit Streifen von Pfannkuchen zubereitet wird. Für diejenigen, die etwas Gewöhnlicheres bevorzugen, gibt es eine Leberknödelsuppe. Knödel bzw. Klöße gelten als der wichtigste Bestandteil der bayerischen Küche. Außer Teig und Kartoffeln füllen Hauswirte diese Fleischkugeln je nach Rezept mit anderen Zutaten. Gewöhnlich schließen die Bayern ihre Mahlzeit mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Apfelstrudel mit Vanillesoße.  In München wohnen Menschen, die aus 187 Staaten kommen. Es ist also kein Wunder, dass man in Restaurants der Stadt eine große Auswahl an Spezialitäten aus aller Welt finden kann. 

Das Münchener Oktoberfest ist mit dem Namen des Königs Ludwig I. verbunden.  Am 12. Oktober 1810 fand das Fest zum ersten Mal statt, als Ludwig Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen heiratete. Der Name für die Festwiese wurde übrigens damals von der Braut Prinzessin Therese übernommen und heißt seitdem Theresienwiese. Nur sechs Münchener Traditionsbrauereien dürfen während des Oktoberfestes Bier ausschenken: Augustiner, Spaten-Franziskaner, Paulaner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu und Hofbräu. München ist zweifellos die Biermetropole Nr. 1 in der Welt. In der Stadt lassen sich zahlreiche Brauereien finden, aber eine von ihnen ist besonders berühmt.  Das Hofbräuhaus wurde 1589 gegründet. Bis Anfang des 17. Jahrhunderts durften nur die Adelsfamilie und die Hofbediensteten mit dem Gertensaft versorgt werden. Erst 1828 erlaubte Ludwig I., die Bevölkerung im Wirtshaus zu bewirten. Am 8. September erdreiste sich ein Gast und bestellte eine Limonade im Hofbräuhaus. Es war so eine Sensation! Die Bedienungen weigerten sich den Gast zu bedienen, deshalb musste der Wirt ihn persönlich bedienen.

München bezaubert und beeindruckt mit seiner Schönheit und seiner Größe. Der große, aber sich äußerst harmonisch einfügende Königsplatz, die breite und helle Kaufingerstraße, der große viereckige Platz Marienhof, der in der Nähe vom Rathaus liegt, sind die Lieblingsorte der Touristen aus aller Welt. Diejenigen, die Luxus begehren, sollten unbedingt die Maximilianstraße entlang flanieren. Außer der eigenartigen Architektur bietet die teuerste Straße Münchens eine reiche Auswahl an schicken Boutiquen, Kunstgalerien und exklusiven Juweliergeschäften. 

Im Übrigen spürt man die Größe der Stadt nicht nur auf ihren Straßen. Zum Beispiel kommen viele nach München zum zweiten oder sogar zum dritten Mal, um das Deutsche Museum zu besuchen. Es liegt daran, dass es unmöglich ist, sich mit einem Male mit allen Leistungen der Wissenschaft und Technik vertraut zu machen. Für den Besuch des BMW-Museums sollte man sich genügend Zeit einplanen, sonst wird man laufen müssen, um alles zu besichtigen. Es ist auch sehr spannend, mit Kindern nach Bayern zu kommen. In München befindet sich Deutschlands ältester Zirkus Krone und der schönste Tierpark Hellabrunn. 

Paläste, Parks, Museumssammlungen, behagliche Atmosphäre der Brauereien mit Holzbanken, Ausgewogenheit des Oktoberfestes lassen einen in sich ein für alle Mal verlieben. Nach der Größe Münchens, seinen lauten Brauereien und Mengen von Touristen lässt es sich am besten im Englischen Garten ausruhen. Das ist einer der größten Stadtparks der Welt. Hier gibt es viele Fahrradwege, gemütliche kleine Wiesen und Pfade. Nach gemächlichen Spaziergängen kann man mit neuen Kräften in die laute Atmosphäre des Stadtzentrums eintauchen. Hier fallen schnörkelhafte Barock-Häuser und feinere Bauwerke des Jugendstils auf. Lebensfreude und Lächeln der Münchener werden Sie in Entzückung versetzen. 

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