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Rosenheim - eine Stadt mit eigener Währung

Rosenheim wird “die Perle im Inntal” genannt. Diesen Titel gewann sie dank der malerischen Altstadt und der atemberaubenden Aussicht auf die Alpen. Am häufigsten kommen die Touristen hier vorbei: von der Stadt fahren die Züge nach Österreich und Italien. Doch in Rosenheim sollte man verweilen und die Stadt besser kennenlernen: nicht viele europäische Städte haben ihre eigene Währung und ein eigenes Bierfest!

Die Stadt Rosenheim, die rund um die gleichnamige Burg an der Stelle eines römischen Lagers in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet wurde, liegt am Zusammenfluss von Mangfall und Inn. Aufgrund der geographischen Lage wurde Rosenheim schnell zu einer wichtigen Handels- und Industriestadt. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Rosenheim als Zentrum der bayerischen Salzproduktion bezeichnet. Hier wurde Salz aus Salzlösung hergestellt, die aus Bad Reichenhall gebracht wurde. Aber ihre "Hauptspezialisierung" ist Holzbearbeitung, denn Rosenheim war immer von den Wäldern umgeben, und im Laufe der Jahrhunderte wurden in der Stadt Boote und Möbel hergestellt.

Jetzt befindet sich in Rosenheim der Hauptsitz der Schuhmarke Gabor. Kenner guter Schuhe sollten den Outlet store von Gabor beachten. Sie enthält den größten Modellumfang dieser Marke zu reduzierten Preisen. Übrigens kann man in den Geschäften und Restaurants in Rosenheim nicht nur per Euro zahlen: hier ist die eigene Ersatzwährung (Chiemgauer) gültig, die von der Staatsbank genehmigt worden ist. Es wird angenommen, dass die Zahlung per Chimgauer sogar vorteilhaft ist, da sie stabiler und effizienter ist als die Euro-Währung ist.

Von typisch bayerischen Spezialitäten können Sie garniert Hirschbraten, mit Rotkraut oder Zanderfilet verkosten, die hier in Rosenheim in vielen Restaurants zubereitet werden. Tafelspitz vom bayerischen Ochsen mit Gemüse, grünen Zwiebeln und Meerrettich kommen selten vor. Eigentlich ist Tafelspitz eine klassische Wiener Speise. Es wird aus einem bestimmten Teil des Rindfleischs zubereitet, das Fleisch wird lang gekocht und mit Brühe , gekochten Karotten und anderen Wurzeln, sowie einem heißen Brötchen serviert. Ein paar Restaurants in Rosenheim haben das Rezept der österreichischen Nachbarn gemeistert und bereiten erfolgreich zarten Tafelspitz vom Kalb zu, das auf den bayerischen Wiesen gezüchtet wird.

Das Herz der Altstadt von Rosenheim ist der Max-Joseph-Platz, der von Gebäuden des 17. Jahrhunderts umgeben ist. Von hier kann man den schönen botanischen Garten (Rieder Garten), das inoffizielle Symbol der Stadt - die gotische Kirche St. Nikolaus (Pfarrkirche St Nikolaus) und das Rathaus, das in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude liegt, zu Fuß erreichen.

Vor hundert Jahren wurden in Rosenheim 20 Brauereien betrieben. Nun arbeiten nur noch zwei von ihnen: Auerbräu und Flötzinger Bräu. Das Bier dieser Marken ist das Hauptgetränk beim Herbstfest (Rosenheimer Herbst). Die Einheimischen nennen es "Oktoberfest für die Deutschen", in Anspielung auf die Tatsache, dass es keine Show für Touristen ist, aber ein echter deutscher Feiertag. Es beginnt Ende August und dauert zwei Wochen, mit dem gleichen Szenario wie in München: Tonnen von Bier, Kilometer von Weißwürsten, Kellner in traditionellen Kostümen, Messen, Gesang und Tanz.

 Rosenheim ist eine bescheidene und an architektonischer Schönheit nicht sehr reiche Stadt. Dennoch wird die Reise nach Rosenheim eindrucksvoll sein: von Shopping und dem Herbstfest, von einem Spaziergang auf den Inseln der Chiemsee, bis auf die Entdeckung des Schlosses Hohenaschau, das eine halbe Stunde von der Gemeinde Aschau im Chiemgau entfernt ist.