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Starnberg – die Stadt der Millionäre

In Bayern kann man wohl alles erleben und alles sehen. Beispielsweise besitzt Bayern seine eigene «Cote d’Azur» und sein eigenes «Nizza». Die Rede ist natürlich von der Stadt Starnberg, welche am Ufer des Starnbnerger Sees liegt. Nirgendwo sonst in Deutschland leben so viele wohlhabende Bürger, als in Starnberg. Die kleine Stadt wird wohl jedem schon allein aufgrund seiner malerischen Seelandschaften und seinem gemütlichen historischen Zentrum gefallen.

Starnberg ist eine ziemlich junge Stadt. Zum ersten Mal wird die Stadt ungefähr im Jahre 1266 erwähnt. Eine ruhige unauffällige Stadt bis ins 19. Jahrhundert, als die adligen Familien aus ganzen Bayern die Stadt in ihren Erholungsort umgewandelt hatten. Am Starnberger See wurden Bootsfahrten organisiert und entlang der Küste wurden viele schöne Villen mit dem Blick auf die Alpen erbaut. In die Stadt kamen Aristokraten und Intellektuelle, die Starnberg eher für ihre Inspiration als zur Erholung aufsuchten. Der österreichische Schriftsteller des Expressionismus Gustav Meyrink verbrachte dort die letzten 20 Jahre seines Lebens. Dort hatte er übrigens auch seinen berühmten Roman «der Golem» geschrieben. Die Stadt war auch beim bayerischen König Ludwig II. beliebt. Dem König ereilte in Starnberg ein tragisches Schicksal, als er beim Versuch den Starnberger See zu überqueren unerwartet starb. In Starnberg leben noch immer die Nachkommen Werner von Siemens bzw. des Gründers  der Siemens AG. Die Bürger der Stadt erwägen zu sagen, dass es in der Stadt mehr Jachten als Arbeitslose gibt.

In der Stadt befindet sich das Museum Starnberger See, in welchem interessante Fakten von den damals in Starnberg lebenden Aristokraten zu erfahren sind. Das gemütliche historische Zentrum und die elegante St.Josef-Kirche sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Unweit der Stadt befindet sich das Kloster Andechs. Man kann es sowohl aus geistlicher Sicht als auch aus «materieller Sicht» mal besuchen. Dort wird nämlich das lokale Bier mit dem Namen Andechs Weißbier zum Probieren angeboten. Es war in der Region immer sehr beliebt und wurde sogar fast im industriellen Maßstab durch eine große Fabrik statt einer kleinen Brauerei hergestellt. 

 

Neben dem Klosterbier sind auch die reichlichen Spezialitäten der Region es Wert zu probieren. Diese sind beispielsweise Eisbein mit Sauerkraut, Schweinebraten und die sogenannte Bierwurst. Die Bierwurst wird eigentlich nicht aus Bier hergestellt, sondern trägt nur diesen Namen, da sie zum lokalen Bier überall empfohlen wird. Die Stadt ist auch für ihre Nachspeisen bekannt. Die Bayerische Creme, die teilweise der italienischen Panna Cotta ähnelt, der bayerische Zwetschenkuchen oder auch die Prinzregententorte mit acht Schichten, die die acht bayerischen Länder symbolisieren soll – kurz gesagt: man wird dort bestimmt sein Lieblingsdessert finden.

Um einen Urlaub am Starnberger See zu machen, muss man kein bayerischer Aristokrat sein und keine eigene Villa besitzen. Jeder ist Willkommen und kann dort einfach für ein paar Tage die Stadt mit ihrer herrlichen Seelandschaft und dem historischen Stadtzentrum genießen. Man kann sich hier während einer Reise durch Bayern gut ausruhen.