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Bremen – die Stadt der freien Luft

Es lohnt sich Bremen zu besuchen, um den alten Marktplatz zu bewundern, Wein im Ratskeller zu trinken, eine Tasse Kaffee, wofür die Stadt berühmt ist, zu genießen und unbedingt Kale und Pinkel zu probieren. Es ist angenehm, den größten Rhododendron-Park Europas zu besuchen und die einzigartige Böttcherstraße zu sehen. Der mittelalterliche Stadtteil Schnoor zeigt, wie Bremen im 13. Jahrhundert lebte. Abergläubische Menschen müssen den Eselhuf am „Bremer Stadtmusikanten“ Denkmal reiben und auf den Stein, wo der abgetrennte Kopf der heimischen Giftmörderin lag, spucken.

Bremen ist mit rund 544. 000 Einwohnern die zehntgrößte Stadt Deutschlands. Die Bremer sind stolz darauf, dass sie nie ein Teil des Lehens waren. Die Freie Stadt Bremen wurde direkt dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches unterstellt. Die Stadt wurde 787 von Karl dem Großen gegründet. Später wurde die Stadt zum Bischofsitz erhoben und dann zum Erzbistum avancierte. 1260 wurde die Stadt Mitglied der Hanse. Anfang des 15. Jahrhunderts erlangte Bremen den Status der Freien Stadt. Als Zeichen der Freiheit wurde die goldene Statue von Roland auf dem Marktplatz errichtet.

Der Marktplatz mit dem St. Petri Dom und dem Rathaus gehört zu den schönsten in Europa. Er strahlt einen besonderen mittelalterlichen Charme aus. Außer der Statue von Roland zieht noch eine andere Komposition die Aufmerksamkeit auf sich– die Bremer Stadtmusikanten - die Helden eines Volksmärchens von den Brüdern Grimm. Die Bronzestatuen – ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn, die auf einander stehen, sind hier seit 1951. Und seit dieser Zeit sind sie auch ein Symbol der Stadt. Wenn man den Eselhuf reibt, soll das Glück bringen. Eine andere Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Rathaus. Das Gebäude wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Im Inneren befindet sich ein Weinkeller. Im Weinkeller sind 650 Weine aus ganz Deutschland gelagert. Man sagt, dass das die größte Reinweinsammlung im Land ist, und dass es sicher der älteste Wein-Shop Deutschlands ist. Man verkauft Wein aus den Fässern seit mehr als 600 Jahren. Übrigens ist Bier in Bremen ebenfalls sehr beliebt. Das bekannteste Bier Beck's ist hier geboren.

Ein weiteres beliebtes Getränk in den Straßen ist der Kaffee. Bremen war immer die Kaffeehauptstadt des Landes. Vielleicht ist es so, weil das erste Kaffeehaus im Norden des modernen Deutschlands hier erschien. Das war 1673. Seitdem wird angenommen, dass den besten Kaffee Bremen hat. Ein heimischer Kaufmann, Ludwig Roselius, hat diesen Ruhm verstärkt, als er 1905 koffeinfreien Kaffee erfunden hat. Heute werden viele bekannte Marken (z.B. Jacobs) in Bremen verpackt. Eine Tasse Kaffee ist besonders gut nach einem sättigenden Essen. Die Speisekarte hier hat natürlich viele Schweinefleischgerichte wie überall in Deutschland. Aber ein echtes Bremer Gericht ist Kale mit Pinkel – Kohl mit Wurst. Kale ist eine heimische Sorte von Grünkohl. Pinkel ist für Norddeutschland eine traditionelle geräucherte grobkörnige Wurst. Man bereitet sie mit Schweinefleisch, Rinderfett und Gewürzen zu. In den heimischen Restaurants wird Pinkel nicht nur mit Kohl, sondern auch mit Kartoffeln serviert. Selbstverständlich, dass man in der Nähe der Nordsee viele Fisch- und Meeresfrüchtegerichte in den Restaurants finden kann.

Es ist angenehm, durch Bremen zu Fuß zu gehen. Das Stadtzentrum hat fast völlig sein historisches Gesicht behalten. DieAltstadt" in Bremen ist eine der schönsten in Deutschland. Das Herz der Altstadt ist der Stadtteil Schnoor– ein Viertel mit engen Gassen und alten Häusern. Im Viertel gibt es viele Cafés, Restaurants, Souvenirläden und auch das Bremer Geschichtenhaus.  Hier erfahren die Besucher Legenden und Sagen der alten Stadt. Im Geschichtenhaus kann man auch die Legende der heimischen Giftmörderin Gesche Gottfried hören. Diese Frau lebte in Bremen Anfang des 19. Jahrhunderts. Mit Hilfe von Rattengift vergiftete sie 15 Personen. Die meisten waren ihre Familienangehörigen. Als ihre Verbrechen bekannt wurden, wurde sie zur Todesstrafe verurteilt. Im April 1831 wurde Frau Gottfried enthauptet. Das war die letzte öffentliche Hinrichtung in der Geschichte von Bremen. Seitdem hat die Stadt eine Tradition: auf den Stein, wo der heruntergefallene Kopf der Giftmörderin nach der Hinrichtung lag, zu spucken. 

Im Mai oder im frühen Sommer muss man einen Spaziergang im Rhododendron-Park in Bremen unternehmen. Hier blüht Rhododendron aller denkbaren und undenkbaren Farben. Der Park hat die größte Sammlung dieser Blumen in Europa. In der zweiten Oktoberhälfte beobachtet man hier die Wildheit einer anderen Art. In diesen Tagen findet der traditionelle Bremer Freimarkt statt. Das ist ein Feiertag, der die Wurzeln im Mittelalter hat. Auf dem Marktplatz veranstaltet man den Karneval mit Straßenkünstlern, Musikern, Pantomimen. Für die Zuschauer werden Wettbewerbe und in den Abendstunden Feuerwerke organisiert. Während des Festes bieten Landwirte ihre Produkte an. Der Freimarkt dauert 17 Herbsttage – ein guter Grund, Bremen zu besuchen!

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